Spaß am Schreiben

 

 

Vor dem Erfolg stehen das Talent, der Fleiß, die Umsetzung und natürlich ganz viel Glück... 

Fangen wir mit dem Talent an:

Zweifelsohne habe ich ein größeres Talent Dinge in geschriebene Worte zu fassen, als über sie zu sprechen.

Nicht, dass ich nicht reden könnte, aber schreiben kann ich besser. Was gesagt ist, ist gesagt. Eventuell kann man sich noch mehr oder weniger erfolgreich herausreden oder das Gesagte verbessern, aber das wird eher schwierig.

Geschichten erfinden war noch nie mein Ding. Damit meine ich, am Bett meines Sohnes sitzen und aus dem Nichts heraus eine spannende Geschichte erzählen, wie das angeblich so viele Großväter können. Nein, ich musste die Geschichten vorlesen.

Gedichte schrieb ich aus dem Erlebten heraus und Fastnachtssitzungsprotokolle sind in Reime gefasste tatsächliche Begebenheiten. Da ist nix zu erfinden.

Sie werden jetzt vielleicht sagen, dichten müsse man aber auch erst mal können und Ihnen liege das gar nicht. Dafür würden Sie mit Zahlen jonglieren, wie ein Seehund mit Bällen.

Und an dieser Stelle passe ich. Noch heute bin ich dem Erfinder des Taschenrechners dankbar.


Nun gut. Und was mache ich jetzt mit meinem Schreibtalent, fragte ich mich?

Die Zeiten, in denen ich mich mit meinem selbst Gereimten auf die Bühne stellte, waren nach fast 30 Jahren vorbei. Lampenfieber war nicht mehr mein Ding, obwohl es mir – zumindest für kurze Zeit - kostspielige Abführmittel ersparte. Applaus. Ja, der Applaus ist schon eine feine Sache. Aber irgendwann musste ich abwägen: Lampenfieber und Applaus oder kein Lampenfieber, aber auch keinen Applaus.

Die Entscheidung fiel mir nicht schwer.

Einen Roman, ja einen richtigen fesselnden Roman würde ich gerne schreiben können. Aber wer noch nicht einmal Kindergeschichten erfinden kann, wie sollte der ein ganzes Buch schreiben?

Google findet und google weiß alles. Und tatsächlich wurde ich fündig. Ein Fernstudium, das war’s doch. Studieren ohne Druck. „Autor werden – professionell schreiben lernen“. Das war was für mich.

Sie werden jetzt vielleicht sagen: Autor kann man nicht studieren. Stimmt, das geht in Deutschland nicht.

Wenn auch nicht alles gut ist, was übern großen Teich zu uns rüber schwappt. Dass man in Amiland ein richtiges Autorenstudium machen kann, finde ich toll. Und bis es in unserem kleinen Land soweit ist, tut’s auch ein Fernkurs. Und der hat es in sich. Natürlich nur, wenn man sich redlich bemüht. Hier setzt der Fleiß ein

Ich sitze jetzt seit über einem Jahr an fast jedem Freitag an meinem Schreibtisch, wälze mein Lernhefte, schicke Aufgaben ein, die dann von für die unterschiedlichen Sparten zuständigen Tutoren entsprechend benotet/bewertet werden. Bis jetzt kann ich mit meinem Erfolg sehr zufrieden sein. Ich meine damit meinen persönlichen Erfolg, nicht die Noten, die auf einem Blatt Papier stehen. Jede Beurteilung, die ich von den Tutoren erhalte und jede konstruktive Kritik durch meine Familie, meine Freunde und mir wohl gesinnte Menschen, bringen mich einen großen Schritt weiter. 

Es ist unfassbar. ICH KANN TATSÄCHLICH GESCHICHTEN ERFINDEN. Und wie. Mein Kopf produziert Ideen, die ich nie für möglich gehalten hätte. Und sind wir mal ehrlich: Ein bisschen abgefahren und leicht "versaut" schadet nix. Oder möchten Sie eine Geschichte lesen, die nur aus Informationen und langweiligen Dialogen besteht?

Ich reise als Frau Schmidt durch die Welt, erfinde gewitzte Bürgermeister, durchgeknallte Sängerinnen und tote Leichen. Ich ermorde unangenehme Zeitgenossen mit Austerngift und lasse völlig unschuldige Menschen gerade dann auf Bananenschalen ausrutschen, wenn sie es gar nicht gebrauchen können. Sogar in meinen Gedichten gibt es neuerdings Sachen, die gibt es gar nicht. Zumindest habe ich sie so nicht selbst erlebt.

Am Anfang meines Kurses – Verzeihung, Studiums – habe ich mir jede Geschichte nach dem ersten Absatz schon durchgelesen und gleich versucht, ihn perfekt zu formulieren. Und das alles nur, um ihn am Ende meiner Story noch einmal umzustellen, weil ich am Anfang noch nicht genau wusste, wie es am Ende weiter gehen würde.

Jetzt, nach über einem Jahr – das läuft unter Umsetzung -, lasse ich meinen Einfällen freien Lauf und schreibe sie einfach nieder. Seite für Seite, Kapitel für Kapitel. Es ist viel sinnvoller und auch lustiger, die ganzen Kapitel erst zu überarbeiten, wenn ich mit der Geschichte fertig bin. Als ich meinen ersten Kurzkrimi überarbeitet habe, stellte sich zum Beispiel heraus, dass meine Hauptfigur im Laufe der Geschichte drei verschiedene Namen hatte: Helmut, Hartmut, Heinrich und von Falkenstein, von Falkenberg und von Falkenburg. Manchmal treffen sich zwei Menschen, obwohl sie sich laut meinem Text um zwei Wochen hätten verpassen müssen, oder ein Typ, der am Anfang jeder Frau hinterher pfiff, war am Ende der Geschichte auf einmal schwul. Ja, das Teufelchen steckt im Detail. Solche Sachen zu vermeiden, lernt man teils im Studium, teils durch eigene Erfahrung.

Warum ich das alles schreibe? Ganz einfach. Vielleicht steckt in Ihnen ja auch ein Schriftsteller? Und Sie haben es über Jahre verdrängt, weil Sie dachten, das kann ich sowieso nicht. Falsch, schreiben kann wirklich jeder, der es will. Sie glauben, Sie haben Probleme mit der deutschen Rechtschreibung und wissen nicht, sich auszudrücken? Deutsche Rechtschreibkenntnisse kann man bei jeder Volkshochschule auffrischen. Das macht sogar Spaß und ist erschwinglich. Und dann ist das Formulieren kein Hexenwerk mehr. Man muss nur seinen eigenen Stil finden. Das geht meiner Meinung nach nur mit Übung. Übung in Form von schreiben, schreiben, schreiben, ausdenken, schreiben.

Suchen Sie sich ein Thema aus, das Sie schon lange bewegt oder eine Person, die ihr tiefstes Innerstes nicht in Ruhe lässt. Schreiben Sie darüber. Oder beschreiben Sie auf flapsige Art und Weise eigene Erlebnisse. Ersetzen Sie die langweiligen Wörter durch eine aufgepeppte Sprache.

Mir macht es Spaß, die Menschen zum Schmunzeln, und wenn es ganz gut läuft, zum Lachen zu bringen. Das Leben an sich ist ernst genug. Eigene Schwächen lassen sich auf humorvolle Art bestens verarbeiten. Manchmal verzeiht man sich diese kleinen Schwächen sogar irgendwann einmal selbst, wenn man lange genug über sie geschrieben hat. Statten sie frei erfundene Personen mit IHREN Problemen und Schwächen aus und versuchen Sie, diesen Romanfiguren, die es im realen Leben gar nicht gibt, durchs Leben zu schuppsen.

Ach ja, da war ja noch der Erfolg...

Ich denke, den hat man schon dann, wenn Menschen die Geschichten/Gedichte lesen, sich an ihnen erfreuen und sich vielleicht ein Stück weit darin wieder finden. Erfolg heißt: Positive Rückmeldung! Und die muss nicht unbedingt von großen Verlagen kommen..

Besuchen Sie mich, so oft Sie wollen, auf meiner homepage. Ich freue mich, wenn Sie mir unter "Kontakt" persönlich schreiben.

 

Auf Wiederschmökern

 

Ihre

 

Caro Berg

 

 

 

 

Caro Berg (c) 2010

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