Geschafft


Geschafft, mein Roman ist fertig.

 

Sieben Monate habe ich an den 150 Seiten meines heiteren Krimis gearbeitet. Alle Höhen und Tiefen meiner Gefühlswelt habe ich durchlebt. Je nach Tagesform fand ich mein Werk grottenschlecht, supergut, niveaulos, viel sagend, nichtssagend, schrecklich, gähnend langweilig oder auch super lustig. Mit jeder Seite hat es mehr Spaß gemacht, die Welt um meinen Protagonisten aufzubauen und ihm und den übrigen Darstellern eine Seele einzuhauchen. Ich habe Ideen eingebaut, andere wiederum verworfen, Aufgeschnapptes verwendet und meiner Umgebung vieles entnommen, was sich in meinem Roman wiederfindet. Ein spannendes Hobby.

 

Irgendwo habe ich mal gehört, dass man zuerst recherchiert, bevor man ein Buch schreibt, es dann hunderten von Verlagen anbietet, sich mit genauso vielen Absagen herumschlägt, bis vielleicht mal einer Interesse zeigt und ein Lektor seine Nase in die Seiten steckt. Erst wenn das Buch erschienen ist, kommt es zum Zwecke der Vermarktung des Buches zu Lesungen.

 

Bei Frau Berg ist mal wieder alles anders:

 

Da war zunächst die Idee, dann kam das Schreiben und erst als das Grundgerüst fertig war, habe ich recherchiert. Aber alles ging gut. Die Schauplätze lagen dicht genug beieinander, der Zeitablauf war stimmig nur hier und da waren ein paar kleine Änderungen nötig, damit mein Roman einer Überprüfung durch Leser, die es ganz genau wissen wollen, auch standhält. Wussten Sie, dass Leichen grundsätzlich nicht mehr in Zinksärgen sondern in Überführungssäcken transportiert werden? Ich bis dato auch nicht. Aber sorry, meine Leiche bleibt im Zinksarg. Beim "Tatort" ist das schließlich auch so.

So, jetzt war mein Buch soweit fertig. Von einem Verlag immer noch keine Spur, aber mein Buch war bereits bei einer Lektorin. Im November diesen Jahres habe ich also aus meiner heiteren Kriminalgeschichte in der Stadtbücherei vor erlesenem Publikum öffentlich vorgelesen.

 

Jetzt gibt es für mich mehrere Möglichkeiten: Entweder, ich finde in wenigen Wochen einen Verlag, der mit mir zuammen arbeiten möchte, oder ich hoffe, dass niemand mein Buch erwerben möchte (zu spät...:-), oder ich kümmere mich selbst um eine Auflage, was im Zeitalter des Internets kein Problem ist. Ich trete nur einfach die Rechte an meiner Leiche an einen seriösen Internetverlag ab und habe nach Vorkasse innerhalb von 10 Tagen eine Auflage in Höhe meiner Wahl. Warum richtig herum, wenn es falsch herum auch geht? Sag ich doch, Schreiben ist sehr spannend und man weiß nie, wie es ausgeht... Fortsetzung folgt! 

 

 

Auf Wiederschmökern

 

Ihre Caro.Berg@gmx.net

 

 

Caro Berg (c) 2010

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