Johannisbeerfest

Was haben Johannisbeeren und ein spitzer Gänsekiel gemeinsam?


Bar-le-duc  ist nicht nur die Partnerstadt der 28.000 Einwohner zählenden Stadt Griesheim, sondern auch die Hauptstadt der Johannisbeer-Marmelade. Und wie schmeckt Marmelade am besten? Natürlich ohne Kerne. Das hat die kleine Stadt im Nordosten Frankreichs schon 1344 richtig erkannt und eine weltweit einmalige Methode entwickelt, um den kleinen Kernen, die sich so gerne zwischen die Zähne setzen, den Garaus zu machen. Ein Federkiel, viel Geduld und natürlich reife Johannisbeeren sind alles, was man dazu braucht. Um ein Kilogramm Johannisbeeren ohne lästige Kerne zu erhalten, brauchen geübte Hände schlappe drei Stunden. Die Kunst besteht darin, mit der spitzen Gänsefeder die Obstschale der zwischen Daumen und Zeigefinger eingeklemmten Frucht nur soweit anzubohren, dass der Kern entfernt werden kann, ohne dabei das zarte Fruchtfleisch zu verletzen. Eine Beere nach der anderen landet so nach und nach in der Schüssel. Möchten Sie dieses Geduldsspiel selbst gerne einmal ausprobieren oder einfach nur zuschauen? Kein Problem! 1 x im Jahr laden die Mitglieder des Griesheimer Heimatmuseums ganz herzlich zum Mitmachen oder Zuschauen ein. Dort bringen extra aus der Partnerstadt Bar-le-duc angereiste Spezialistinnen und Spezialisten den Besuchern die Kunst des Johannisbeerenentkernens näher und wie man die herrlich schmeckende La Duchesse, auch „Kaviar von Bar“ genannt, kocht, ohne, dass die Früchte ihren Geschmack und ihre Farbe verlieren. Jetzt wissen Sie, was Johannisbeeren und ein spitzer Gänsekiel gemeinsam haben. Beide sind für Johannisbeermarmelade a la Bar-le-duc unerlässlich. 

Caro Berg (c) 2010

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